Poezio
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Theodor Storm * Oktoberlied German Arg-349-174 2004-02-22 17:51 Manfred only this remove
Manfredo Ratislavo Oktobra kanto Esperanto Arg-351-174 2004-02-22 17:52 Manfred only this add
Richard Schulz Oktobra lido Esperanto Arg-352-174 2013-02-26 15:14 Manfred only this add

Theodor Storm,
Oktoberlied

 
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
 
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!
 
Und wimmert auch einmal das Herz, -
Stoß an und laß es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.
 
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
 
Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.
 
Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!
 
Author of this German poem is Theodor
Storm (Teodoro Stormo, *1817-09-14 -
†1888-07-04).